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Rhenaya schüttelte den Kopf.
 
Rhenaya schüttelte den Kopf.
 
"Dann rücken wir einfach vor und versperren ihnen den Ausgang. Hoffentlich haben sich die beiden keine Hintertür gebuddelt..."
 
"Dann rücken wir einfach vor und versperren ihnen den Ausgang. Hoffentlich haben sich die beiden keine Hintertür gebuddelt..."
Rhenaya gab ihren Bütteln kurz Anweisungen, dann schlich der Trupp los. Die Fremmelsfelder sammelten sich links und rechts des Höhleneingangs. Vogt von Hahnentritt wartete noch einen Moment, dann trat er mit seiner Axt in der Hand in den Eingang.
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Rhenaya gab ihren Bütteln kurz Anweisungen, dann schlich der Trupp los. Die Fremmelsfelder sammelten sich links und rechts des Höhleneingangs. Vogt von Hahnentritt wartete noch einen Moment, nahm seine Axt kurz in die linke Hand, und wischte sich die behandschuhte Rechte an seiner Kleidung sauber. Dann nahm er die Axt wieder in die rechte Hand und trat in den Eingang der Höhle. <!--ist es damit klar genug, dass es eine Einhandwaffe ist?-->
 
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Sofort sprangen beide Zwerge auf und griffen nach ihren Waffen.  
 
Sofort sprangen beide Zwerge auf und griffen nach ihren Waffen.  
  
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"Fesselt die beiden!", befahl er.
 
"Fesselt die beiden!", befahl er.
 
Rhenaya und die Büttel traten in die Höhle und befolgten den Befehl.
 
Rhenaya und die Büttel traten in die Höhle und befolgten den Befehl.
"Lebt der noch?", fragte der Vogt.
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"Lebt der noch?", fragte der Vogt, während er die Schneide seiner Axt auf Scharten prüfte.
 
Rhenaya kniete nieder.
 
Rhenaya kniete nieder.
 
"Ja, er atmet noch. Allerdings blutet er stark."
 
"Ja, er atmet noch. Allerdings blutet er stark."
 
"Versorgt die Wunde, aber fesselt ihn trotzdem.", wies er Rhenaya an.
 
"Versorgt die Wunde, aber fesselt ihn trotzdem.", wies er Rhenaya an.
"Und du", er wandte sich an einen der Büttel, "Durchsuch die Beiden"
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"Und du", er wandte sich an einen der Büttel, "Durchsuch die Beiden!"
  
 
Nach und nach förderte der Büttel allerlei Kleinkram aus den Taschen der Zwerge: Dolche, allerlei seltsame Amulette und Dinge, die man nicht genau benennen konnte. Aber am Interessantesten waren sicherlich sechs lederne Beutel, die die Zwerge an ihren Gürteln trugen. Rhenaya öffnete diese und zog überrascht die Brauen hoch.
 
Nach und nach förderte der Büttel allerlei Kleinkram aus den Taschen der Zwerge: Dolche, allerlei seltsame Amulette und Dinge, die man nicht genau benennen konnte. Aber am Interessantesten waren sicherlich sechs lederne Beutel, die die Zwerge an ihren Gürteln trugen. Rhenaya öffnete diese und zog überrascht die Brauen hoch.
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"Gesteht ihr diesen Verrat an der Kaiserin?"
 
"Gesteht ihr diesen Verrat an der Kaiserin?"
 
Die Gesicht des Zwerges blieben regungslos.  
 
Die Gesicht des Zwerges blieben regungslos.  
Brasibert von Hahnentritt wurde offensichtlich wütend. Er lies die Edelsteine in den Beutel zurückfallen, griff nach seiner Axt und holte aus. <!--zurückfallen besser?-->
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Brasibert von Hahnentritt wurde offensichtlich wütend. Er lies die Edelsteine in den Beutel zurückfallen, griff nach seiner Axt und holte aus. <!--zurückfallen besser?--><!--ja-->
 
Rhenaya von Perainidal schrie auf, "Haltet ein, Vogt."
 
Rhenaya von Perainidal schrie auf, "Haltet ein, Vogt."
 
Der Vogt blieb mit erhobener Axt stehen. Langsam beruhigten sich seine Züge wieder.
 
Der Vogt blieb mit erhobener Axt stehen. Langsam beruhigten sich seine Züge wieder.
Als er die Waffe senkte, lies er den Zwerg nicht aus den Augen. Zufrieden stellte er fest, dass die Züge des Angroscho einen Anflug von Panik zeigten.
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Während er den Arm mit der Waffe senkte, lies er den Zwerg nicht aus den Augen. Zufrieden stellte er fest, dass die Züge des Angroscho einen Anflug von Panik zeigten.
 
"Bewacht die Beiden gut.", befahl er und drehte sich um.
 
"Bewacht die Beiden gut.", befahl er und drehte sich um.
 
Langsam schritt er an Rhenaya vorbei zum Ausgang der Höhle.
 
Langsam schritt er an Rhenaya vorbei zum Ausgang der Höhle.
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"Wann sind sie aufgebrochen und wohin, wieviele sind es und was wollten sie von diesem Händler?"
 
"Wann sind sie aufgebrochen und wohin, wieviele sind es und was wollten sie von diesem Händler?"
 
"Vor anderthalb Tagen etwa. Sie sind zu zweit: Mein Sohn Igen und mein Enkel Ulgosch. Sie wollten in den Süden - mehr weiß ich nicht."
 
"Vor anderthalb Tagen etwa. Sie sind zu zweit: Mein Sohn Igen und mein Enkel Ulgosch. Sie wollten in den Süden - mehr weiß ich nicht."
Gorbon blickte die Alte zornig und ungläubig an, doch diese widerstand dem durchbohrenden Blick. "Sollte mir zu Ohren kommen, dass ihr die Beiden deckt<!--könnte ja ne falsche Fährte sein--> oder ihnen Hilfe zukommen lasst, seht ihr mich schneller wieder als euch lieb ist. Dann werdet  ihr die Kerkerzellen der Schwarzen Feste kennelernen. Der Baron wandte sich zur Tür. "Die beiden Wachen bleiben bis auf weiteres hier. Sorgt für ihre Verpflegung und Unterkunft" wies er die Frauen beim Verlassen der Hütte an.
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Gorbon blickte die Alte zornig und ungläubig an, doch diese widerstand dem durchbohrenden Blick. "Sollte mir zu Ohren kommen, dass ihr die Beiden deckt<!--könnte ja ne falsche Fährte sein--> <!--ok-->oder ihnen Hilfe zukommen lasst, seht ihr mich schneller wieder als euch lieb ist. Dann werdet  ihr die Kerkerzellen der Schwarzen Feste kennelernen. Der Baron wandte sich zur Tür. "Die beiden Wachen bleiben bis auf weiteres hier. Sorgt für ihre Verpflegung und Unterkunft" wies er die Frauen beim Verlassen der Hütte an.
  
 
Ein schriller Pfiff ließ die Pioniere antreten und der Trupp setzte sich in Richtung Südosten in Gang.  
 
Ein schriller Pfiff ließ die Pioniere antreten und der Trupp setzte sich in Richtung Südosten in Gang.  
 
Gegen Mittag erreichte der Baron die Grenze seiner Baronie und rief zum Sammeln.
 
Gegen Mittag erreichte der Baron die Grenze seiner Baronie und rief zum Sammeln.
 
Nachdenklich setzte er sich auf den Grenzstein. "Wir haben Spuren gefunden. Es müssen mehr als zehn Mann sein. Sie kamen aus Fremmelsfelde und scheinen hier kurz verweilt zu haben. Leider können wir aufgrund des Schneefalls nicht mehr sagen." meldete der Hauptmann.
 
Nachdenklich setzte er sich auf den Grenzstein. "Wir haben Spuren gefunden. Es müssen mehr als zehn Mann sein. Sie kamen aus Fremmelsfelde und scheinen hier kurz verweilt zu haben. Leider können wir aufgrund des Schneefalls nicht mehr sagen." meldete der Hauptmann.
Gorbon blickte nachdenklich in den Schnee. "Irgendetwas stimmt hier ganz und gar nicht". <!--meine Rache für die Grenzsteinversetzung-->
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Gorbon blickte nachdenklich in den Schnee. "Irgendetwas stimmt hier ganz und gar nicht". <!--meine Rache für die Grenzsteinversetzung--> <!--versteh ich nicht-->
 
Er erhob sich und schaute über die Hügel der Baronie Fremmelsfelde. In der Ferne sah man hinter einem kleinen Wald Rauchfahnen aufsteigen, das mußte Gippelstein sein.  
 
Er erhob sich und schaute über die Hügel der Baronie Fremmelsfelde. In der Ferne sah man hinter einem kleinen Wald Rauchfahnen aufsteigen, das mußte Gippelstein sein.  
 
"Vorschläge?" Der Baron sah den Hauptmann fragend an. "Wir sollten den Weg nach Süden fortsetzen. Der Spur nach Zagbar zurück zu folgen, hat wenig Aussicht auf Erfolg. Bei diesem Wetter werden wir sie schnell verlieren."
 
"Vorschläge?" Der Baron sah den Hauptmann fragend an. "Wir sollten den Weg nach Süden fortsetzen. Der Spur nach Zagbar zurück zu folgen, hat wenig Aussicht auf Erfolg. Bei diesem Wetter werden wir sie schnell verlieren."
 
"Wir teilen uns!" entschied der Baron. "Ihr werdet mit zehn Mann der Spur folgen, solange es eben geht. Verliert ihr sie, werdet ihr euch nach Süden durchschlagen. Treffen wir nicht wieder aufeinander oder erreicht ihr die Grenze Almadas ohne etwas zu entdecken, kehrt zurück nach Tokoschim, wo wir uns wieder treffen werden.
 
"Wir teilen uns!" entschied der Baron. "Ihr werdet mit zehn Mann der Spur folgen, solange es eben geht. Verliert ihr sie, werdet ihr euch nach Süden durchschlagen. Treffen wir nicht wieder aufeinander oder erreicht ihr die Grenze Almadas ohne etwas zu entdecken, kehrt zurück nach Tokoschim, wo wir uns wieder treffen werden.
 
"Erste Rotte, angetreten! Folgt mir!" kommandierte der Hauptmann.  
 
"Erste Rotte, angetreten! Folgt mir!" kommandierte der Hauptmann.  
Gorbon folgte mit seinem Blick dem kleinen Trupp. "Der Rest mir nach!" Er schlug einen Weg über die Äcker, Richtung Hahnendorf ein. <!-- er meidet die Straßen um deinen leuten nicht zu begegnen.
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Gorbon folgte mit seinem Blick dem kleinen Trupp. "Der Rest mir nach!" Er schlug einen Weg über die Äcker, Richtung Hahnendorf ein. <!-- er meidet die Straßen um deinen leuten nicht zu begegnen.-->
  
 
Nachdem der Trupp bis zum Abend reiste und nichts fand außer verschneitem Land, wies Gorbon an das Nachtlager zu errichten. Ein Lager wurde errichtet und am Feuer besprach der Baron mit seinen Leuten das Vorgehen für den nächsten Tag. "Wir werden morgen nach Westen aufbrechen, wir sind schon zu tief in Fremmelsfelder Land eingedrungen. Die beiden werden nicht über die offenen Hügel gereist sein, sondern im Schutz des Waldes. Zwei Mann halten Wache damit wir nicht von Fremmelsfelder Truppen überrascht werden. Ich möchte mich nicht erklären müssen. Und haltet das Feuer klein, selbst wenn es kalt ist."
 
Nachdem der Trupp bis zum Abend reiste und nichts fand außer verschneitem Land, wies Gorbon an das Nachtlager zu errichten. Ein Lager wurde errichtet und am Feuer besprach der Baron mit seinen Leuten das Vorgehen für den nächsten Tag. "Wir werden morgen nach Westen aufbrechen, wir sind schon zu tief in Fremmelsfelder Land eingedrungen. Die beiden werden nicht über die offenen Hügel gereist sein, sondern im Schutz des Waldes. Zwei Mann halten Wache damit wir nicht von Fremmelsfelder Truppen überrascht werden. Ich möchte mich nicht erklären müssen. Und haltet das Feuer klein, selbst wenn es kalt ist."
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"Rondrala Nocturna Trapani" klang es zögerlich. Nur die Fackel der Frau erhellte die kleine Höhle und gab den Blick auf eine schwarzhaarige Enddreißigerin preis.  
 
"Rondrala Nocturna Trapani" klang es zögerlich. Nur die Fackel der Frau erhellte die kleine Höhle und gab den Blick auf eine schwarzhaarige Enddreißigerin preis.  
 
"Angrosch zum Gruße", Gorbon schritt selbstbewußt auf die Frau zu. "Ihr erlaubt die Frage, was ihr auf garetischem Land zu suchen habt?" Die Schwarzhaarige war mit der Situation überfordert. Zum einen konnte sie keine Antwort auf die Frage geben, zum anderen kam ihr der Baron gefährlich nahe - viel zu nah um noch rechtzeitig ...
 
"Angrosch zum Gruße", Gorbon schritt selbstbewußt auf die Frau zu. "Ihr erlaubt die Frage, was ihr auf garetischem Land zu suchen habt?" Die Schwarzhaarige war mit der Situation überfordert. Zum einen konnte sie keine Antwort auf die Frage geben, zum anderen kam ihr der Baron gefährlich nahe - viel zu nah um noch rechtzeitig ...
Der Griff zum Schwert hatte sie verraten. Noch ehe der blanke Stahl die Scheide verlassen konnte war der Baron mit einem Satz bei ihr. Ein metallisches Blitzen näherte sich von rechts bevor alles schwarz wurde. <!--Zwerge können ziemlich hoch springen, gell?-->
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Der Griff zum Schwert hatte sie verraten. Noch ehe der blanke Stahl die Scheide verlassen konnte war der Baron mit einem Satz bei ihr. Ein metallisches Blitzen näherte sich von rechts bevor alles schwarz wurde. <!--Zwerge können ziemlich hoch springen, gell?--><!--aber er ist kein Ausserirdischer?-->
  
 
Der Baron polierte mit seinem seidenen Tuch die eherne Prothese, "Wer Angrosch nicht grüßt, den grüßt Angrosch!" Schelmisch grinste der Baron als er die Fackel aufhob. "Durchsucht und bindet sie!" Die Pioniere taten, was ihnen befohlen.
 
Der Baron polierte mit seinem seidenen Tuch die eherne Prothese, "Wer Angrosch nicht grüßt, den grüßt Angrosch!" Schelmisch grinste der Baron als er die Fackel aufhob. "Durchsucht und bindet sie!" Die Pioniere taten, was ihnen befohlen.

Version vom 19. Februar 2007, 12:35 Uhr

Streit im Zagrosch

Teil 5

Die Jagd dauerte bis in die Abendstunden. Rhenaya schlich der Gruppe voraus, die Büttel folgten in Sichtweite. Vogt von Hahnenfeld bildete den Schluss des Trupps. Die Spuren führten Richtung PRAios quer durch den Fremmelsfelder Teil des Zagrosch-Gebirges. Rhenaya schätzte grob, dass die Zwerge nicht auf die Stadt Hahnendorf zuhielten, sondern diese zu umgehen beabsichtigten. Als das Tageslicht zu schwinden begann, sah Rhenaya vor sich leichten Feuerschein, der aus einer der zahlreichen Höhlen zu kommen schien. Rhenaya lies die Gruppe anhalten und wartete, bis der Vogt aufgeschlossen hatte. "Ich schlage vor, dass ich näher heran schleiche, um zu sehen wer dort lagert." Der Vogt überlegte. Rhenaya konnte ihm ansehen, dass er lieber mit großem Geschrei über die Lagernden hergefallen wäre. "Vielleicht sind es nur harmlose Fremmelsfelder Holzfäller und nicht die Zwerge die wir suchen", gab sie zu bedenken. Von Hahnenfels nickte. "Beeilt Euch". Rhenaya gab den Bütteln das Zeichen, zu warten, zog ihren Dolch aus dem Gürtel und schlich auf das Feuer zu.

Nur wenig später war sie zurück. "Es sind zwei Zwerge. Sie haben in einer Höhle ein kleines Feuer angemacht. Beide tragen Fellumhänge, so dass ich nicht sehen konnte, welche Rüstung sie tragen. Jeder hat eine Axt dabei." Vogt von Hahnenfels nickte. "Der Baron möchte, dass die Beiden ihm auf Burg Hahnenfels einen Besuch abstatten. Insofern wäre es wohl angebracht, die beiden möglichst unversehrt zu lassen." "Wir können die beiden allerdings nicht überraschen", gab Rhenaya zu bedenken, "Sie sitzen mit dem Rücken zur Höhlenwand und haben das Feuer zwischen sich und dem Eingang." "Habt ihr Armbrüste gesehen?", fragte der Vogt. Rhenaya schüttelte den Kopf. "Dann rücken wir einfach vor und versperren ihnen den Ausgang. Hoffentlich haben sich die beiden keine Hintertür gebuddelt..." Rhenaya gab ihren Bütteln kurz Anweisungen, dann schlich der Trupp los. Die Fremmelsfelder sammelten sich links und rechts des Höhleneingangs. Vogt von Hahnentritt wartete noch einen Moment, nahm seine Axt kurz in die linke Hand, und wischte sich die behandschuhte Rechte an seiner Kleidung sauber. Dann nahm er die Axt wieder in die rechte Hand und trat in den Eingang der Höhle.

Sofort sprangen beide Zwerge auf und griffen nach ihren Waffen.

"Im Namen des Barons von Fremmelsfelde fordere ich euch auf, die Waffen niederzulegen!", sagte Vogt von Hahnentritt leise.

Der Jüngere der beiden Zwerge schaute den Vogt verblüfft an. "Ihr wollt unsere Waffen?", fragte er belustigt. Der Vogt nickte. "Dann holt sie euch doch", schrie der Zwerg, und rannte mit erhobener Axt auf der Vogt zu. Vogt von Hahnentritt hatte auf diese Reaktion gehofft. Er riss die Henkersaxt hoch, und parierte den Schlag der Zwergenaxt. Der Zwerg trat einen Schritt zur Seite und schlug erneut zu. Von Hahnentritt parierte erneut. Als der Zwerg einen erneuten Angriff startete, wich der Vogt aus, lies den Zwerg ins Leere laufen und verpasste ihm einen Schlag mit der breiten Seite seiner Axt. Wütend schrie der Angroscho auf und fuhr herum. Doch er kam nicht mehr dazu, einen weiteren Angriff zu starten. Vogt von Hahnentritt sprang zu ihm und versetzte ihm einen Schlag auf den Helm. Diesmal jedoch mit der scharfen Seite der Axt. "Nein", rief der andere Zwerg, während der Jüngere zu Boden ging. Sein Helm schien geborsten, darunter lief Blut hervor. Von Hahnentritt drehte sich zu dem Älteren. Der kämpfte mit sich, ob er sich dem offensichtlich überlegenen Gegner ergeben, oder seinen Kumpan rächen sollte. "Tu mir den Gefallen", provozierte ihn der Vogt. Er senkte seine Axt und winkte den Angroscho lässig heran.

Doch der Zwerg senkte seine Waffe und warf sie dann zu Boden. Vogt von Hahnentritt verzog unmutig das Gesicht. "Fesselt die beiden!", befahl er. Rhenaya und die Büttel traten in die Höhle und befolgten den Befehl. "Lebt der noch?", fragte der Vogt, während er die Schneide seiner Axt auf Scharten prüfte. Rhenaya kniete nieder. "Ja, er atmet noch. Allerdings blutet er stark." "Versorgt die Wunde, aber fesselt ihn trotzdem.", wies er Rhenaya an. "Und du", er wandte sich an einen der Büttel, "Durchsuch die Beiden!"

Nach und nach förderte der Büttel allerlei Kleinkram aus den Taschen der Zwerge: Dolche, allerlei seltsame Amulette und Dinge, die man nicht genau benennen konnte. Aber am Interessantesten waren sicherlich sechs lederne Beutel, die die Zwerge an ihren Gürteln trugen. Rhenaya öffnete diese und zog überrascht die Brauen hoch. Vogt trat zu ihr und schaute ebenfalls hinein. "Sie mal einer an. Ihr tragt ja ein kleines Vermögen mit euch umher." Der Vogt zog den rechten Handschuh aus und griff in den Beutel. Prüfend betrachtete er die Edelsteine auf seiner Handfläche im Schein des Feuers. "Seid doch so nett und erklärt mir, was es hiermit auf sich hat?" Der Zwerg schwieg. "Mir scheint, ihr hattet nicht vor, mit diesen Waren nach Hahnendorf zu kommen." Noch immer reagierte der Zwerg nicht. "Wohl eher wolltet ihr nach Almada, um diese Kleinodien dort zu verhökern." Von Hahnentritt wurde mit jedem Wort lauter. "Gesteht ihr diesen Verrat an der Kaiserin?" Die Gesicht des Zwerges blieben regungslos. Brasibert von Hahnentritt wurde offensichtlich wütend. Er lies die Edelsteine in den Beutel zurückfallen, griff nach seiner Axt und holte aus. Rhenaya von Perainidal schrie auf, "Haltet ein, Vogt." Der Vogt blieb mit erhobener Axt stehen. Langsam beruhigten sich seine Züge wieder. Während er den Arm mit der Waffe senkte, lies er den Zwerg nicht aus den Augen. Zufrieden stellte er fest, dass die Züge des Angroscho einen Anflug von Panik zeigten. "Bewacht die Beiden gut.", befahl er und drehte sich um. Langsam schritt er an Rhenaya vorbei zum Ausgang der Höhle. "Maßt Euch diese Frechheit nie wieder an", murmelte er leise, als er neben ihr stand. Dann ging er weiter.

Am nächsten Morgen brach der Trupp in Richtung Hahnendorf auf. Auch wenn es nur noch wenige Meilen bis dorthin waren, dauerte es doch den halben Tag, die Ausläufer des Zagrosch hinter sich zu lassen. Christian L.

Teil 6.

Klapperndes Geschirr weckte Gorbon. "Wenn es Euro Hochgeboren beliebt - meine Frau hat das Frühstück bereitet." Gorbon kleidete sich an und nahm am Kopf der Tafel platz. Argon konnte sich glücklich schätzen mit Cadrima verheiratet zu sein. Der Tisch war rechlich gefüllt und trotz der einfachen Speisen waren diese wohlschmeckend bereitet. Ohne seine Zufriedenheit über das Mahl zu zeigen, erhob sich der Baron und verließ wortlos das Haus. Argon blickte ihm beschämt und enttäuscht nach. Der Baron liebte es mit dem schlechten Gewissen seiner Untertanen zu spielen und mußte ein Schmunzeln unterdrücken.

Gorbon suchte das Haus des Igen auf, um die beiden Frauen zu verhören. Wie er vermutet hatte, berichteten die Wachen von keinerlei Vorkommnissen. Die Frauen hatten sich gefaßt, waren aber noch immer nicht gesprächig. Gorbon wurde mürrisch: "Sagt mir, wo sich eure Angroscho aufhalten und ich will euch nicht länger behelligen. Zieht ihr es aber vor zu schweigen, lasse ich euch in den Kerker der Schwarzen Feste werfen. Die Gardisten werden euch schon zum Reden bringen." "Sie sind nach Fremmelsfelde aufgebrochen, um sich mit einem Händler zu treffen", offenbarte plötzlich die Ältere. "Wann sind sie aufgebrochen und wohin, wieviele sind es und was wollten sie von diesem Händler?" "Vor anderthalb Tagen etwa. Sie sind zu zweit: Mein Sohn Igen und mein Enkel Ulgosch. Sie wollten in den Süden - mehr weiß ich nicht." Gorbon blickte die Alte zornig und ungläubig an, doch diese widerstand dem durchbohrenden Blick. "Sollte mir zu Ohren kommen, dass ihr die Beiden deckt oder ihnen Hilfe zukommen lasst, seht ihr mich schneller wieder als euch lieb ist. Dann werdet ihr die Kerkerzellen der Schwarzen Feste kennelernen. Der Baron wandte sich zur Tür. "Die beiden Wachen bleiben bis auf weiteres hier. Sorgt für ihre Verpflegung und Unterkunft" wies er die Frauen beim Verlassen der Hütte an.

Ein schriller Pfiff ließ die Pioniere antreten und der Trupp setzte sich in Richtung Südosten in Gang. Gegen Mittag erreichte der Baron die Grenze seiner Baronie und rief zum Sammeln. Nachdenklich setzte er sich auf den Grenzstein. "Wir haben Spuren gefunden. Es müssen mehr als zehn Mann sein. Sie kamen aus Fremmelsfelde und scheinen hier kurz verweilt zu haben. Leider können wir aufgrund des Schneefalls nicht mehr sagen." meldete der Hauptmann. Gorbon blickte nachdenklich in den Schnee. "Irgendetwas stimmt hier ganz und gar nicht". Er erhob sich und schaute über die Hügel der Baronie Fremmelsfelde. In der Ferne sah man hinter einem kleinen Wald Rauchfahnen aufsteigen, das mußte Gippelstein sein. "Vorschläge?" Der Baron sah den Hauptmann fragend an. "Wir sollten den Weg nach Süden fortsetzen. Der Spur nach Zagbar zurück zu folgen, hat wenig Aussicht auf Erfolg. Bei diesem Wetter werden wir sie schnell verlieren." "Wir teilen uns!" entschied der Baron. "Ihr werdet mit zehn Mann der Spur folgen, solange es eben geht. Verliert ihr sie, werdet ihr euch nach Süden durchschlagen. Treffen wir nicht wieder aufeinander oder erreicht ihr die Grenze Almadas ohne etwas zu entdecken, kehrt zurück nach Tokoschim, wo wir uns wieder treffen werden. "Erste Rotte, angetreten! Folgt mir!" kommandierte der Hauptmann. Gorbon folgte mit seinem Blick dem kleinen Trupp. "Der Rest mir nach!" Er schlug einen Weg über die Äcker, Richtung Hahnendorf ein.

Nachdem der Trupp bis zum Abend reiste und nichts fand außer verschneitem Land, wies Gorbon an das Nachtlager zu errichten. Ein Lager wurde errichtet und am Feuer besprach der Baron mit seinen Leuten das Vorgehen für den nächsten Tag. "Wir werden morgen nach Westen aufbrechen, wir sind schon zu tief in Fremmelsfelder Land eingedrungen. Die beiden werden nicht über die offenen Hügel gereist sein, sondern im Schutz des Waldes. Zwei Mann halten Wache damit wir nicht von Fremmelsfelder Truppen überrascht werden. Ich möchte mich nicht erklären müssen. Und haltet das Feuer klein, selbst wenn es kalt ist." Der Baron lehnte sich gegen einen Baum. Die Kälte war für Gorbon das kleinere Übel, aber unter freiem Himmel schlafen zu müssen ein echter Graus.

Früh brach man das Lager ab, denn an Schlaf war kaum zu denken. Der Trupp setzte sich Richtung der westlichen Wälder in Bewegung und schon bald erreichten sie den dortigen Waldrand. "Ausschwärmen in Linie, bleibt in Sichtweite!" befahl Gorbon. Die kahlen Bäume ermöglichten es manchmal, den Wald auf einer Breite von bis zu einer Meile zu durchkämmen, aber erst am späten Nachmittag geschah etwas. Ein Söldner hatte etwas bemerkt und brachte dem Baron eilig Nachricht: "Eine Höhle euer Hochgeboren, keine 500 Schritt von hier. Ein Pferd ohne Sattel steht davor." "Sammeln!" Zwei Söldner eilten los um ihre anderen Kumpanen möglichst lautlos heranzuholen. Ohne großes Aufsehen waren bald alle Angroschim wieder versammelt. Der kleine Trupp näherte sich der Höhle. "Unsere Freunde aus Fremmelsfelde scheinen auch schon hiergewesen zu sein, der Schnee vor der Höhle ist zertrampelt wie von einer Viehherde. Tabuk, habt ihr an der Grenze Pferdespuren gefunden?" "Nein Herr" antwortetet der Gefragte. Gorbon überlegte kurz, "Zu den Waffen! Wir gehen rein! Lasst keinen entkommen!" Der Trupp näherte sich dem Höhleneingang. "Wer da?" tönte eine Stimme als Gorbon mit den ersten Zwergen die Höhle betrat. "Baron Gorbon, Sohn des Gorsch und wer seid ihr?" "Rondrala Nocturna Trapani" klang es zögerlich. Nur die Fackel der Frau erhellte die kleine Höhle und gab den Blick auf eine schwarzhaarige Enddreißigerin preis. "Angrosch zum Gruße", Gorbon schritt selbstbewußt auf die Frau zu. "Ihr erlaubt die Frage, was ihr auf garetischem Land zu suchen habt?" Die Schwarzhaarige war mit der Situation überfordert. Zum einen konnte sie keine Antwort auf die Frage geben, zum anderen kam ihr der Baron gefährlich nahe - viel zu nah um noch rechtzeitig ... Der Griff zum Schwert hatte sie verraten. Noch ehe der blanke Stahl die Scheide verlassen konnte war der Baron mit einem Satz bei ihr. Ein metallisches Blitzen näherte sich von rechts bevor alles schwarz wurde.

Der Baron polierte mit seinem seidenen Tuch die eherne Prothese, "Wer Angrosch nicht grüßt, den grüßt Angrosch!" Schelmisch grinste der Baron als er die Fackel aufhob. "Durchsucht und bindet sie!" Die Pioniere taten, was ihnen befohlen. Außer dem Schwert konnten sie ein Messer am Bein der Gefesselten finden und die Durchsuchung ihrer Taschen förderte neben einigen Silber- und Kupfermünzen ein Papier mit almadischem Siegel zu Tage. Die Mine des Barons verfinsterte sich, während er das Papier studierte. "Es muß hier ein Kampf stattgefunden haben", meldete einer der Pioniere. Gorbon untersuchte die bezeichnete Stelle. "Angroschim", stellte der Baron fest, "die Einschläge im Boden stammen von einer Zwergenaxt." Im Schein der Fackel konnte er Blutspuren erkennen, als plötzlich etwas aufblitzte. "Was haben wir den da?" Gorbon betrachtete den Stein im Fackelschein. "Ein roter Korund, recht rein, geradezu ein typischer Vertreter des Zagrosch." Gorbons Stirn legte sich in Falten. "Scheint so, dass die Fremmelsfelder hier mit den Almadanern einen lukrativen Edelstein-Handel betreiben."

"Dies haben wir in der Satteltasche gefunden, die die Reiterin in der Höhle versteckt hatte." Tabuk präsentierte eine verschlossene Schatulle. Gorbon wog die kleine, eiserne Truhe prüfend in der Hand. "Schön, schön." Prüfend betrachtete der Baron das Schloß, nickte und verstaute das Kästchen wieder im Sattel. "Zäumt das Pferd auf", wies er Tabuk an, "wir können hier wohl nichts mehr ausrichten." Zu den anderen gewandt: "Überführt die Gefangene nach Tokoschim, trefft dort auf den Rest der Truppe und bringt mir das Weibsstück im Ganzen nach Zagbar." "Ja, Herr" klang es aus mehreren Mündern gleichzeitig. Gorbon verließ die Höhle. "Helft mir auf!" Tabuk tat sein Möglichstes, um den Baron in den Sattel zu befördern, was sich jedoch als schwierige Aufgabe entpuppte. "Ich erwarte euch in drei Tagen zurück in der Schwarzen Feste." Gorbon setzte den Hengst in Bewegung. Er war kein besonders guter Reiter und keinen festen Boden unter den Füßen zu haben, gefiel ihm nicht sehr, aber noch eine weitere Nacht bei dieser Kälte auf offenem Feld würde er nicht ertragen. Die Aussicht in einem Tag wieder im Feuersaal sitzen zu können, beflügelte seinen Ritt. Alex S.