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Leobrecht nippte am Tee und versuchte sich so wenig wie möglich zu bewegen - es war ihm zu heiß. „Liebste, ja so hatten ich es mit den Eltern von Aliyah vor vier Götterläufen vereinbart und ich stehe zu meinem Wort. [[Garetien:Iralda von Ochs|Iralda]] soll in dem Zuge auch die Heirat von [[Garetien:Rohaja von Ochs|Rohaja]] mit [[Garetien:Alderan von Hartsteen-Rathsamshausen|Alderan von Hartsteen-Rathsamshausen]], und von [[Garetien:Ophelia von Ochs|Ophelia]] mit [[Garetien:Thiolan von Ibelstein|Thiolan von Ibelstein]], sobald diese zwölf Götterläufe geworden ist, vollziehen. Was [[Garetien:Leobrecht II. von Ochs|Klein-Leobrecht]] angeht bestimmt [[Garetien:Elea von Ruchin|Elea]] das weitere Vorgehen. [[Garetien:Lechmin von Ochs|Lechmin]] ist dann im nächsten Götterlauf an der Reihe. Da ich schon ein älteres Semester vorweise, möchte ich alles geordnet haben, solange ich noch lebend auf Dere wandle. Die breite Basis muss stehen, damit ein neues Oberhaupt geregelte Verhältnisse vorfindet.“ | Leobrecht nippte am Tee und versuchte sich so wenig wie möglich zu bewegen - es war ihm zu heiß. „Liebste, ja so hatten ich es mit den Eltern von Aliyah vor vier Götterläufen vereinbart und ich stehe zu meinem Wort. [[Garetien:Iralda von Ochs|Iralda]] soll in dem Zuge auch die Heirat von [[Garetien:Rohaja von Ochs|Rohaja]] mit [[Garetien:Alderan von Hartsteen-Rathsamshausen|Alderan von Hartsteen-Rathsamshausen]], und von [[Garetien:Ophelia von Ochs|Ophelia]] mit [[Garetien:Thiolan von Ibelstein|Thiolan von Ibelstein]], sobald diese zwölf Götterläufe geworden ist, vollziehen. Was [[Garetien:Leobrecht II. von Ochs|Klein-Leobrecht]] angeht bestimmt [[Garetien:Elea von Ruchin|Elea]] das weitere Vorgehen. [[Garetien:Lechmin von Ochs|Lechmin]] ist dann im nächsten Götterlauf an der Reihe. Da ich schon ein älteres Semester vorweise, möchte ich alles geordnet haben, solange ich noch lebend auf Dere wandle. Die breite Basis muss stehen, damit ein neues Oberhaupt geregelte Verhältnisse vorfindet.“ | ||
Korhilda missfiel es, wenn [[Perricum:Leobrecht von Ochs|ihr Liebster]] sein Alter thematisierte, daher quittierte sie die Aussage mit einem Klaps auf den Oberarm und einem giftigen Blick, wie ihn nur Ehefrauen erteilen können. „Du weißt ich hasse es, wenn Du Dein Ableben | Korhilda missfiel es, wenn [[Perricum:Leobrecht von Ochs|ihr Liebster]] sein Alter thematisierte, daher quittierte sie die Aussage mit einem Klaps auf den Oberarm und einem giftigen Blick, wie ihn nur Ehefrauen erteilen können. „Du weißt ich hasse es, wenn Du Dein Ableben ansprichst. Aber wenn es Dir wichtig ist, werden wir eine kleine Feierlichkeit abhalten, auch [[Rohaldor von Tamaris|die]] [[Azizelis von Palmyramis|Eltern]] von Aliyah werden wir einladen.“ | ||
Der Reichsvogt brummte zustimmend. „Ich rede nicht über mein Ableben, sondern über die Zukunft des [[Garetien:Haus Ochs|Hauses Ochs]]. Wenn es nach mir geht, werde ich als alter weiser Greis umscharrt von Enkeln und Urenkeln irgendwann friedlich einschlafen mit Dir stets an meiner Seite. Aber kommen wir zu Trisdhan, wir, das Haus Ochs, werden einladen und im Schloss Rossgarten die Hochzeitsfeierlichkeiten abhalten, so es Dir genehm ist. Die Kosten trägt das Haus Ochs, da muss Du Dir keine Gedanken machen. Und ich werde auch noch | Der Reichsvogt brummte zustimmend. „Ich rede nicht über mein Ableben, sondern über die Zukunft des [[Garetien:Haus Ochs|Hauses Ochs]]. Wenn es nach mir geht, werde ich als alter weiser Greis umscharrt von Enkeln und Urenkeln irgendwann friedlich einschlafen mit Dir stets an meiner Seite. Dennoch sollten wir uns bewusst sein, dass ich ein hohes Alter bereits erreichen durfte, wofür ich sehr glücklich bin. Aber kommen wir zu Trisdhan, wir, das Haus Ochs, werden einladen und im Schloss Rossgarten die Hochzeitsfeierlichkeiten abhalten, so es Dir genehm ist. Die Kosten trägt das Haus Ochs, da muss Du Dir keine Gedanken machen. Und ich werde auch noch zwei Vereinbarungen zu Verlobungen abschließen, die Verkündung ob lasse ich aber dem Baron von Sindelsaum beziehungsweise dem Baron von Leihenbutt, denn es geht ja um ihre Erben.“ | ||
Die Sturmfelserin war | Die Sturmfelserin war überrascht. „Leihenbutt? Was planst Du mit dem Haus Hirschfurten?" | ||
Leobrecht rollte mit den Augen und fächerte sich Luft zu. „Ja, ja mach Dich ruhig lustig. Ich werde der Anfrage [[kos:Erlan von Sindelsaum|Erlans]] nachkommen. Das [[kos:Haus Sindelsaum|Haus Sindelsaum]] ist passend für unsere lesebegeisterte Tochter. Die Koscher sind gebildet | Ein verschmitztes Lächeln zog über Leobrechts Gesicht, Korhilda war so einfach zu überraschen, wenn es um Familienpolitik ging. Sie ist einfach durch und durch eine rondrianische Ritterin und keine Politikerin. "Iralda ist wegen Idamil zurzeit in Verhandlungen mit ihrem Nachbarn. Baron [[Garetien:Hernulf-Answin von Hirschfurten|Hernulf-Answin von Hirschfurten]] zu Leihenbutt zeigte sich durchaus offen für eine Verlobung zwischen seiner Tochter [[Garetien:Orlande von Hirschfurten|Orlande]] und unserem Enkel. Ich erachte diese Verbindung als sinnvoll an. Sie sind direkte Nachbarn, wenn auch in zwei unterschiedlichen Grafschaften. Die Häuser sind alt, teilweise verbunden durch die Pfortenritter. Idamil wird einstmals dann Gatte eine Baronin sein und nimmt seinen guten Namen mit. Die Kinder verbleiben natürlich Hirschfurtens. Nimmgalf hat eine Zustimmung bereits erteilt und auch ich habe nichts dagegen." | ||
Wie immer Fäden webend, dachte Korhilda über ihren Gatten und ihre Schwiegertochter. "Und auch über die garetischen Grenzen nach Sindelsaum hinaus? Sie sind retoscher Neuadel. Darauf lässt sich das Oberhaupt des Hauses Ochs ein?“ Korhilda die letzteres keines Falls ernst meinte, mochte es ihren Gatten in dieser Hinsicht zu necken. | |||
Leobrecht rollte mit den Augen und fächerte sich Luft zu. „Ja, ja mach Dich ruhig lustig. Ich werde der Anfrage [[kos:Erlan von Sindelsaum|Erlans]] nachkommen. Das [[kos:Haus Sindelsaum|Haus Sindelsaum]] ist passend für unsere lesebegeisterte Tochter. Die Koscher sind gebildet, ich denke da nur an die Bibliothek des [[kos:Dachbau|Dachbaus]]. Faszinierend dieses Hügelhaus. Alecha wird keinen pompösen Adligen mit wehrhafter Burg oder Traumschloss ehelichen. Aber es wird gemütlich sein und ihr hesindegefälliger gelehrter Kopf wird sich geistig weiterentwickeln können. Alecha mag es im Schlund, dann wird ihr der Kosch auch zusagen. Wir haben [[kos:Erlan von Sindelsaum|Erlan]] viel zu verdanken. Er hat sich über die Maßen gut um unsere [[Garetien:Leonora II. von Ochs|Leonora]] gekümmert, sie beschützt als Garetien in Fehde verfallen war. Sie hat sich unglaublich wohl im Kosch gefühlt. Und auch [[Garetien:Idamil von Ochs|Idamil]] ist komplett begeistert von der Herzlichkeit der Koscher. Da werde ich über den Makel des Neuadels hinwegsehen, so wie sie darüber hinwegsehen, dass die Verlobte ein magisches Erbe in sich trägt. Für mich sind die Koscher in den letzten Götterläufen zu Freunden des Hauses geworden und Freundschaften müssen gepflegt werden.“ | |||
„Gut gesprochen, Liebster. Die Sindelsaumer sind ein wenig wie die Ochsen, gemütlich und ritterlich. Ich glaube, dass ist eine bessere Wahl als [[Perricum:Ardor von Ochs|Ardor]] für Leonora war. Und Idamil ja, … Idamil verbringt sein Tagwerk jetzt in einer Senfmühle.“ Allein der Gedanke daran ließ sie schmunzeln. | „Gut gesprochen, Liebster. Die Sindelsaumer sind ein wenig wie die Ochsen, gemütlich und ritterlich. Ich glaube, dass ist eine bessere Wahl als [[Perricum:Ardor von Ochs|Ardor]] für Leonora war. Und Idamil ja, … Idamil verbringt sein Tagwerk jetzt in einer Senfmühle.“ Allein der Gedanke daran ließ sie schmunzeln. | ||
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„Du wirst altersmilde. Strategisch ist ein Senfhersteller aber im Adel nicht zu gebrauchen.“ | „Du wirst altersmilde. Strategisch ist ein Senfhersteller aber im Adel nicht zu gebrauchen.“ | ||
In Gedanken blickte der Reichsvogt der Efferdstränen in Richtung des Raschtulswalls, das Gebirge was alles veränderte im letzten Jahrzehnt. „Strategisch… ja… weißt Du noch als [[Garetien:Tabur von Ochs|Tabur]] starb. Da gab es [[Garetien:Giselda von Ochs|Giselda]], [[Garetien:Anaxios Illosos von Ochs|Anaxios]] und mich. Alle schon älter, meine Schwester außerhalb eines gebärfreudigen Alters. Vor nicht einmal fünfzehn Jahren war der garetische Zweig meines Hauses so gut wie ausgestorben. Aber nicht ich – nicht wir – haben das Haus und seine Zukunft gerettet. Es warst Du. Du hast dem Giganten die Stirn geboten, Du hast mich dazu gebracht den Schritt zu gehen zu heiraten und unseren Kindern den Namen zu geben, den sie verdienen. Du wurdest mit Wasserburg belehnt und das verheißt uns eine glorreiche Zukunft. All Dein Zutun hat dazu geführt, dass wir wieder eine Ochsenherde sind und kein einzelnes klappriges Leittier. Die Furcht, das drohende Aussterben meines Hauses zu sehen, hat mich angetrieben im letzten Jahrzehnt. [[Perricum:Wolfaran von Ochs|Wolfaran]] und Leonora haben sich mehr als bewährt. Sie haben sich ihren Status im Adel erarbeitet. Die Saat, die Du mit Deinen Taten gesät hast erblüht. Ich muss also nicht alle unsere Kälbchen auf Erfolg trimmen, da darf ein Idamil auch Flausen im Kopf haben und in einer Senfmühle arbeiten | In Gedanken blickte der Reichsvogt der Efferdstränen in Richtung des Raschtulswalls, das Gebirge was alles veränderte im letzten Jahrzehnt. „Strategisch… ja… weißt Du noch als [[Garetien:Tabur von Ochs|Tabur]] starb. Da gab es [[Garetien:Giselda von Ochs|Giselda]], [[Garetien:Anaxios Illosos von Ochs|Anaxios]] und mich. Alle schon älter, meine Schwester außerhalb eines gebärfreudigen Alters. Vor nicht einmal fünfzehn Jahren war der garetische Zweig meines Hauses so gut wie ausgestorben. Aber nicht ich – nicht wir – haben das Haus und seine Zukunft gerettet. Es warst Du. Du hast dem Giganten die Stirn geboten, Du hast mich dazu gebracht den Schritt zu gehen zu heiraten und unseren Kindern den Namen zu geben, den sie verdienen. Du wurdest mit Wasserburg belehnt und das verheißt uns eine glorreiche Zukunft. All Dein Zutun hat dazu geführt, dass wir wieder eine Ochsenherde sind und kein einzelnes klappriges Leittier. Die Furcht, das drohende Aussterben meines Hauses zu sehen, hat mich angetrieben im letzten Jahrzehnt. [[Perricum:Wolfaran von Ochs|Wolfaran]] und Leonora haben sich mehr als bewährt. Sie haben sich ihren Status im Adel erarbeitet. Die Saat, die Du mit Deinen Taten gesät hast erblüht. Ich muss also nicht alle unsere Kälbchen auf Erfolg trimmen, da darf ein Idamil auch Flausen im Kopf haben und in einer Senfmühle arbeiten. Die jungen Kälbchen werden ein wenig Narrenfreiheit erhalten.“ Das Oberhaupt des Hauses Ochs war nicht altersmilde, er wusste aber zu würdigen, welch Aufstieg und welch gute Bande sie schon erreicht und geknüpft hatten. Alles was die jungen Ochsen jetzt noch erreichen würden, war die zuckersüße Sahne auf einer Torte aus der Hand eines [[Garetien:Marcipanus von Prailind-Storath|Marcipanus]]. | ||
Korhilda wischte sich eine Träne weg, so gerührt hatten sie seine Worte. „Dann bin ich mal gespannt, was aus unseren jüngeren Kindern und Enkeln wird, wenn sie nicht mehr in ordnende Bahnen gebracht werden. Und Alecha wie hat sie es aufgefasst?“ | Korhilda wischte sich eine Träne weg, so gerührt hatten sie seine Worte. „Dann bin ich mal gespannt, was aus unseren jüngeren Kindern und Enkeln wird, wenn sie nicht mehr in ordnende Bahnen gebracht werden. Und Alecha wie hat sie es aufgefasst?“ | ||
„Sie werden alle ihren Weg gehen, da bin ich mir sicher. Administration, Heer, ein anständiger Hof. Ich bin da frohen Mutes. Und wenn einer Abenteurer und Taugenichts wird, dann werden wir das bei der Vielzahl an Kälbchen auch verschmerzen. [[Perricum:Alecha von Ochs|Alecha]] hat sich, nachdem ich sie informiert habe, einige Bücher über magische Mysterien des Kosch geben lassen. Sie scheint es zu akzeptieren, ich glaube, wenn ihr zukünftiger Gatte ihr die Freiräume für ihre magischen Studien einräumt, wird sie ihm eine gute Ehefrau sein. Aber zuerst wird [[Garetien:Helmbrecht von Sindelsaum|Helmbrecht]] in Knappschaft zu Iralda gehen. Erst bei Ritterschlag wird es zum Traviabund kommen.“ | „Sie werden alle ihren Weg gehen, da bin ich mir sicher. Administration, Heer, ein anständiger Hof. Ich bin da frohen Mutes. Und wenn einer Abenteurer und Taugenichts wird, dann werden wir das bei der Vielzahl an Kälbchen auch verschmerzen. [[Perricum:Alecha von Ochs|Alecha]] hat sich, nachdem ich sie informiert habe, einige Bücher über magische Mysterien des Kosch geben lassen. Sie scheint es zu akzeptieren, ich glaube, wenn ihr zukünftiger Gatte ihr die Freiräume für ihre magischen Studien einräumt, wird sie ihm eine gute Ehefrau sein. Aber zuerst wird [[Garetien:Helmbrecht von Sindelsaum|Helmbrecht]] in Knappschaft zu Iralda gehen. Erst bei Ritterschlag wird es zum Traviabund kommen.“ | ||
Version vom 11. April 2024, 14:04 Uhr
Igel, Ibel, Dachse und Rindviecher
Rondra 1047 BF, Schloss Rossgarten, Baronie Wasserburg
Warme aranische Winde zogen durch das westliche Perricum. Im Rosengarten von Schloss Rossgarten entspannte Korhilda von Sturmfels mit ihrem Gatten in einem schattenspendenden Pavillon. Ihre Bediensteten reichten gekühlten Tee, währenddessen Aliyah diesen lieber in warm bevorzugte.
Die junge Aranierin lag auf einer Decke, den Müßiggang auslebend und bürstete ihre Edelkatze Nala, während ihr Verlobter Trisdhan mit seinem jüngeren Onkel Etilian und seinem Freund Alion den gepflegten Rasen zu einem Immanfeld verwandelte. In Blickweite grauste es dem Gärtner schon davor das vorher fein gepflegte Gras wieder herzustellen, so große Furchen schlugen die Rabauken mit dem Schläger in ihr Spielfeld. Der Gärtner war wiederum hoch erfreut zu hören, dass es Trisdhan, den liebenswerten Lausbuben, alsbald zur Knappschaft zu Nimmgalf von Hirschfurten ziehen würde.
„Am 30. Hesinde wird Trisdhan zwölf Götterläufe alt. Und Du willst es wirklich schon festzurren?“ Die Baronin lag entspannt auf einer Liege und blickte fragend zu ihrem Gatten.
Leobrecht nippte am Tee und versuchte sich so wenig wie möglich zu bewegen - es war ihm zu heiß. „Liebste, ja so hatten ich es mit den Eltern von Aliyah vor vier Götterläufen vereinbart und ich stehe zu meinem Wort. Iralda soll in dem Zuge auch die Heirat von Rohaja mit Alderan von Hartsteen-Rathsamshausen, und von Ophelia mit Thiolan von Ibelstein, sobald diese zwölf Götterläufe geworden ist, vollziehen. Was Klein-Leobrecht angeht bestimmt Elea das weitere Vorgehen. Lechmin ist dann im nächsten Götterlauf an der Reihe. Da ich schon ein älteres Semester vorweise, möchte ich alles geordnet haben, solange ich noch lebend auf Dere wandle. Die breite Basis muss stehen, damit ein neues Oberhaupt geregelte Verhältnisse vorfindet.“
Korhilda missfiel es, wenn ihr Liebster sein Alter thematisierte, daher quittierte sie die Aussage mit einem Klaps auf den Oberarm und einem giftigen Blick, wie ihn nur Ehefrauen erteilen können. „Du weißt ich hasse es, wenn Du Dein Ableben ansprichst. Aber wenn es Dir wichtig ist, werden wir eine kleine Feierlichkeit abhalten, auch die Eltern von Aliyah werden wir einladen.“
Der Reichsvogt brummte zustimmend. „Ich rede nicht über mein Ableben, sondern über die Zukunft des Hauses Ochs. Wenn es nach mir geht, werde ich als alter weiser Greis umscharrt von Enkeln und Urenkeln irgendwann friedlich einschlafen mit Dir stets an meiner Seite. Dennoch sollten wir uns bewusst sein, dass ich ein hohes Alter bereits erreichen durfte, wofür ich sehr glücklich bin. Aber kommen wir zu Trisdhan, wir, das Haus Ochs, werden einladen und im Schloss Rossgarten die Hochzeitsfeierlichkeiten abhalten, so es Dir genehm ist. Die Kosten trägt das Haus Ochs, da muss Du Dir keine Gedanken machen. Und ich werde auch noch zwei Vereinbarungen zu Verlobungen abschließen, die Verkündung ob lasse ich aber dem Baron von Sindelsaum beziehungsweise dem Baron von Leihenbutt, denn es geht ja um ihre Erben.“
Die Sturmfelserin war überrascht. „Leihenbutt? Was planst Du mit dem Haus Hirschfurten?"
Ein verschmitztes Lächeln zog über Leobrechts Gesicht, Korhilda war so einfach zu überraschen, wenn es um Familienpolitik ging. Sie ist einfach durch und durch eine rondrianische Ritterin und keine Politikerin. "Iralda ist wegen Idamil zurzeit in Verhandlungen mit ihrem Nachbarn. Baron Hernulf-Answin von Hirschfurten zu Leihenbutt zeigte sich durchaus offen für eine Verlobung zwischen seiner Tochter Orlande und unserem Enkel. Ich erachte diese Verbindung als sinnvoll an. Sie sind direkte Nachbarn, wenn auch in zwei unterschiedlichen Grafschaften. Die Häuser sind alt, teilweise verbunden durch die Pfortenritter. Idamil wird einstmals dann Gatte eine Baronin sein und nimmt seinen guten Namen mit. Die Kinder verbleiben natürlich Hirschfurtens. Nimmgalf hat eine Zustimmung bereits erteilt und auch ich habe nichts dagegen."
Wie immer Fäden webend, dachte Korhilda über ihren Gatten und ihre Schwiegertochter. "Und auch über die garetischen Grenzen nach Sindelsaum hinaus? Sie sind retoscher Neuadel. Darauf lässt sich das Oberhaupt des Hauses Ochs ein?“ Korhilda die letzteres keines Falls ernst meinte, mochte es ihren Gatten in dieser Hinsicht zu necken.
Leobrecht rollte mit den Augen und fächerte sich Luft zu. „Ja, ja mach Dich ruhig lustig. Ich werde der Anfrage Erlans nachkommen. Das Haus Sindelsaum ist passend für unsere lesebegeisterte Tochter. Die Koscher sind gebildet, ich denke da nur an die Bibliothek des Dachbaus. Faszinierend dieses Hügelhaus. Alecha wird keinen pompösen Adligen mit wehrhafter Burg oder Traumschloss ehelichen. Aber es wird gemütlich sein und ihr hesindegefälliger gelehrter Kopf wird sich geistig weiterentwickeln können. Alecha mag es im Schlund, dann wird ihr der Kosch auch zusagen. Wir haben Erlan viel zu verdanken. Er hat sich über die Maßen gut um unsere Leonora gekümmert, sie beschützt als Garetien in Fehde verfallen war. Sie hat sich unglaublich wohl im Kosch gefühlt. Und auch Idamil ist komplett begeistert von der Herzlichkeit der Koscher. Da werde ich über den Makel des Neuadels hinwegsehen, so wie sie darüber hinwegsehen, dass die Verlobte ein magisches Erbe in sich trägt. Für mich sind die Koscher in den letzten Götterläufen zu Freunden des Hauses geworden und Freundschaften müssen gepflegt werden.“
„Gut gesprochen, Liebster. Die Sindelsaumer sind ein wenig wie die Ochsen, gemütlich und ritterlich. Ich glaube, dass ist eine bessere Wahl als Ardor für Leonora war. Und Idamil ja, … Idamil verbringt sein Tagwerk jetzt in einer Senfmühle.“ Allein der Gedanke daran ließ sie schmunzeln.
„Seine Knappschaft wird er aber bei Halmar antreten und dann Erlan verlassen. Ich will ihm jetzt aber nicht aufzwingen sofort schon zu wechseln. Er ist so glücklich und Erlan ist wahrlich ein herzensguter Mensch. Und gegen leckeren Senf habe ich nichts einzuwenden.“
„Du wirst altersmilde. Strategisch ist ein Senfhersteller aber im Adel nicht zu gebrauchen.“
In Gedanken blickte der Reichsvogt der Efferdstränen in Richtung des Raschtulswalls, das Gebirge was alles veränderte im letzten Jahrzehnt. „Strategisch… ja… weißt Du noch als Tabur starb. Da gab es Giselda, Anaxios und mich. Alle schon älter, meine Schwester außerhalb eines gebärfreudigen Alters. Vor nicht einmal fünfzehn Jahren war der garetische Zweig meines Hauses so gut wie ausgestorben. Aber nicht ich – nicht wir – haben das Haus und seine Zukunft gerettet. Es warst Du. Du hast dem Giganten die Stirn geboten, Du hast mich dazu gebracht den Schritt zu gehen zu heiraten und unseren Kindern den Namen zu geben, den sie verdienen. Du wurdest mit Wasserburg belehnt und das verheißt uns eine glorreiche Zukunft. All Dein Zutun hat dazu geführt, dass wir wieder eine Ochsenherde sind und kein einzelnes klappriges Leittier. Die Furcht, das drohende Aussterben meines Hauses zu sehen, hat mich angetrieben im letzten Jahrzehnt. Wolfaran und Leonora haben sich mehr als bewährt. Sie haben sich ihren Status im Adel erarbeitet. Die Saat, die Du mit Deinen Taten gesät hast erblüht. Ich muss also nicht alle unsere Kälbchen auf Erfolg trimmen, da darf ein Idamil auch Flausen im Kopf haben und in einer Senfmühle arbeiten. Die jungen Kälbchen werden ein wenig Narrenfreiheit erhalten.“ Das Oberhaupt des Hauses Ochs war nicht altersmilde, er wusste aber zu würdigen, welch Aufstieg und welch gute Bande sie schon erreicht und geknüpft hatten. Alles was die jungen Ochsen jetzt noch erreichen würden, war die zuckersüße Sahne auf einer Torte aus der Hand eines Marcipanus.
Korhilda wischte sich eine Träne weg, so gerührt hatten sie seine Worte. „Dann bin ich mal gespannt, was aus unseren jüngeren Kindern und Enkeln wird, wenn sie nicht mehr in ordnende Bahnen gebracht werden. Und Alecha wie hat sie es aufgefasst?“
„Sie werden alle ihren Weg gehen, da bin ich mir sicher. Administration, Heer, ein anständiger Hof. Ich bin da frohen Mutes. Und wenn einer Abenteurer und Taugenichts wird, dann werden wir das bei der Vielzahl an Kälbchen auch verschmerzen. Alecha hat sich, nachdem ich sie informiert habe, einige Bücher über magische Mysterien des Kosch geben lassen. Sie scheint es zu akzeptieren, ich glaube, wenn ihr zukünftiger Gatte ihr die Freiräume für ihre magischen Studien einräumt, wird sie ihm eine gute Ehefrau sein. Aber zuerst wird Helmbrecht in Knappschaft zu Iralda gehen. Erst bei Ritterschlag wird es zum Traviabund kommen.“